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Tabuthema Impotenz

Erektionsstörungen sind kein Gesprächsthema – und kommen auch selten beim Arzt zur Sprache. Und doch sind in Deutschland fünf bis sechs Millionen aller Männer zwischen 30 und 80 Jahren von einer sogenannten erektilen Dysfunktion, kurz ED genannt, betroffen. Das sind etwa 19 Prozent. Möglicherweise ist die Dunkelziffer noch höher, denn die wenigsten gehen zum Arzt. Zu peinlich ist ihnen das Thema…

… Mediziner sprechen von einer Erektionsstörung, wenn über mindestens drei Monate 70 Prozent aller Versuche einen Geschlechtsakt zu vollziehen, erfolglos sind. Diese Situation ist für die meisten Männer nur schwer mit ihrem Selbstbild zu vereinbaren, weshalb sie diesen Zustand so lange wie möglich ignorieren. Manche warten sogar Jahre und hoffen auf „Spontanheilung“. Aus Angst und Scham schweigen sich viele Männer aus oder ziehen sich in der Partnerschaft zurück. Bei Frauen weckt dieses Verhalten Selbstzweifel, Verlustängste oder Eifersucht. Die Beziehung gerät in eine Schieflage und kann daran zerbrechen. Dabei könnte ein sachliches Gespräch in entspannter Atmosphäre vieles klären.

Aber nicht nur die Beziehung leidet – auch für die eigene Gesundheit kann das Schweigen fatale Folgen haben. Denn dreimal häufiger als Psychostress stecken körperliche Ursachen hinter den Aussetzern. Dazu gehören beispielsweise Gefäß- und Nervenschädigungen, wie sie bei einem Diabetes mellitus auftreten können, das betrifft etwa 25 Prozent aller ED Fälle. 33 Prozent sind auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück zu führen. Aber auch Medikamente, die den Blutdruck oder Cholesterinspiegel senken können für eine ED verantwortlich sein.

Der Arzt kann in den meisten Fällen helfen

Was für den Einzelnen ein peinliches Thema ist, gehört für den Urologen zum Praxisalltag. Dank moderner Medikamente kann in 95 Prozent der Fälle Abhilfe geschaffen werden und damit der Weg zurück zu einer erfüllten Partnerschaft geebnet werden. Wenn keine Medikamente eingenommen werden dürfen, bietet die Anwendung der Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT) eine weitere Therapiemöglichkeit. Dazu wird ein Medikament in den Schwellkörper injiziert. Als weitere Behandlungsalternative kann eine Vakuum-Erektionshilfe verordnet werden. Durch die Erzeugung eines dosierten Unterdrucks in einer Kammer, in die der Penis zuvor eingeführt wurde, wird eine passive Blutfüllung der Schwellkörper erreicht. Um die so erzeugte Erektion zu erhalten, wird im Anschluss ein Penisring angelegt. Die Vakuumpumpe ist praktisch bei jeder Form der ED anwendbar und hat kaum Nebenwirkungen. Keinesfalls sollte man allerdings irgendwelche Potenzmittel aus zweifelhaften Quellen einnehmen. Das kann besonders bei Herzproblemen lebensgefährlich sein. Besser sind ein offenes Gespräch mit dem Arzt, eine ausführliche Untersuchung und eine professionelle Behandlung.

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