Schlafmützen leben besser
42 Prozent der Deutschen leiden unter schlechtem Schlaf, jeder sechste Bundesbürger leidet unter Tagesmüdigkeit, mindestens bei jedem achten sind die Schlafstörungen so massiv, dass er ärztliche Behandlung braucht.
Wer schlecht schläft, hat weniger Lebensqualität
Wer chronisch wenig schläft, ist ausgepumpt, leistungsschwach und nimmt komplexe Dinge nicht mehr wahr. Der Alltag wird zur Last, der Energieverlust durch schlechten Schlaf führt tagsüber zu dauerhafter Abgespanntheit. Die Lebensqualität sinkt, ebenso die Leistungsfähigkeit. Konzentrationsschwächen treten auf, ebenso mit der Zeit psychische Probleme - von leichterer Erregbarkeit bis hin zu massiven Depressionen. Forscher stellten fest: schon wer nur eine Stunde zu wenig schlummert, dessen Unfallrisiko erhöht sich um rund sieben Prozent. Die volkswirtschaftlichen Kosten dank Unausgeschlafener - wie beispielsweise der Crash auf der Autobahn wegen Sekundenschlafs oder Unkonzentriertheit am Arbeitsplatz - werden weltweit auf über 400 Milliarden Dollar geschätzt.
Die Schlafzeiten werden kürzer
Schlummerten die Deutschen um 1900 noch satte neun Stunden, liegt der nächtliche Durchschnitt heute bei gerade einmal 7,5 Stunden. Nach Meinung von Schlafforschern und Medizinern, zu wenig. Stress, Hektik, die Angst, etwas zu verpassen und nicht zuletzt künstliches Licht sowie der Fernseher halten uns immer länger auf den Beinen bzw. verhindern ein schnelles Einschlafen.
Was macht schlaflos?
Schlafstörungen haben vielfältige Ursachen. Neben Stress und Überlastung können auch Wechseljahresbeschwerden, nächtliches Erwachen durch niedrigen Blutdruck oder Depressionen den Schlaf empfindlich stören. Genauso Medikamenten- oder Alkoholmissbrauch, Lärm und Elektrosmog. Zu den klassischen Schlafkillern gehört auch der schnarchende Partner.
Häufigste Ursache jedoch eine Insomnie. Damit sind Ein- und Durchschlafstörungen und zu frühes morgendliches Erwachen gemeint. Die Gründe liegen oft in einer inneren Anspannung, ausgelöst durch Stress, Ängste oder andauernde Konflikte.
Was fördert sanftes Schlummern?
Wie man sich bettet, so liegt man - manchmal liegt schlechter Schlaf schlicht und ergreifend nur an einer falschen Matratze. In Bettenhäusern kann man sich beraten lassen. Lässt sich die Unterlage als mögliche Ursache ausklammern, helfen beispielsweise Medikamente.
Medikamente
• Da sind zunächst einmal Schlafmittel. Sie sollten nur kurzfristig und nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden, da die enthaltenen Stoffe abhängig machen können bzw. beim Absetzen oft eine Entzugssymptomatik zur Folge haben.
• Sanftere Alternative: Pflanzliche Heilmittel. Sie führen nicht zu einer Abhängigkeit, allerdings braucht man bei ihrer Einnahme etwas Geduld. Bis eine spürbare Wirkung eintritt, kann es einige Wochen dauern. Pflanzliche Wirkstoffe gibt es in Dragees, Tropfen oder als Tees. Beruhigend und schlafförderlich wirken Extrakte aus Baldrian, Hopfen und Hafer, Johanniskraut, Lavendelblüten, Passionsblumen, Melissenblätter und Orangenblüten.
Allgemeine Schlummer-Tipps
• Üppige Mahlzeiten und Alkohol bzw. Nikotin am Abend meiden. Vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke, wie Kaffee, Tee oder Cola bzw. koffeinhaltige Medikamente einnehmen.
• Schlafzimmer gut lüften und abdunkeln, Lärmquellen abstellen. Wenn möglich, einen Freischalter für Strom einbauen.
• Wer nicht einschlafen kann: lieber nachts aufstehen als sich ewig wälzen.
• Erst ins Bett gehen, wenn man wirklich müde ist.
• Regelmäßige Schlafenszeiten einhalten: auch am Wochenende oder im Urlaub
• Stress abstellen: wer sich nicht vom Arbeitsalltag lösen kann, sollte seine Probleme und unerledigten Aufgaben vor dem Schlafen gehen notieren – das macht garantiert ruhiger!
• Entspannung betreiben: ein warmes Bad mit beruhigenden Essenzen wirkt manchmal Wunder. Kurz vor dem zu Bett gehen ist ein Spaziergang günstig. Gut bewährt haben sich außerdem leise Schlummermusik, Atemübungen und autogenes Training.